Interview

Interview mit Alisia Sager2018-08-09T20:36:20+00:00

Interview mit Alisia Sager

Wie sind Sie darauf gekommen Menschen zu heilen?

Es ist nicht so, dass ich an einem verregneten Sonntag die Blitzerleuchtung hatte, die mir sagte, ich solle Jesus nachspielen. Das was zwischen mir und anderen Menschen passiert war immer da. Es mag mit meiner Sicht der Dinge zu tun haben.
Außerdem gründet mein „Verschönerungsdrang“ auch auf einem egoistischen Wunsch: Ich wollte natürliche, fröhliche, authentische, gesunde Menschen in meinem Umfeld haben, weil ich gerne Spaß habe und Neues ausprobieren möchte.
Eine Korrektur, die mir wichtig ist muss hier angebracht werden: Ich heile gar nichts. Wenn ein System (Körper, Verstand, Gefühl, Bewusstsein) wieder in seiner Natürlichkeit existieren kann, dann passt es sich automatisch einer gesunden Einstellung an.

Das klingt sehr einfach und plausibel. Ist es denn in der heutigen Zeit möglich ein intaktes und natürliches „System “ zu haben?

Ja eben, das ist eher erschwert durch Prägungen, die sich dann als Saboteure erweisen. Man kann sie dennoch „deinstallieren“, und Schritt für Schritt zum Ziel kommen.

Wie kamen sie auf den Begriff „mind and body-administrator“ als Berufsbezeichnung?

Da kam ein pfiffiger Zeitgenosse drauf, nachdem ich ihm meine Arbeit erklärt hatte. Ein Begriff wie „Heiler“ klingt für mich sehr pathetisch und schürt überzogene Erwartungen. Außerdem beraubt es den Klienten einer ganz wichtigen Kraft, seiner Selbstverantwortung und läßt den Heiler wichtig erscheinen.
Ich habe so etwas schon erlebt, und es liegt meiner Natur fern. Da das „System“ sehr logisch erscheint, und sich mit allen Begriffen aus der Welt des Computers erklären lässt, was liegt da näher als diese Bezeichnung?

Ich habe gehört Sie arbeiten auch mit Tieren?

Stimmt, System ist System. Allerdings ist der Tierhalter von besonderer Wirksamkeit für das Befinden des Tieres.
Er gehört vorrangig in die Arbeit einbezogen.

Haben Sie eine Methode entwickelt?

Ja, sie hat sich über die vielen Jahre selbst entwickelt. Und ganz wichtig: Jeder Mensch ist anders. Eine 08/15 Methode würde ich niemand antun .Jede Sitzung, jeder Wirkshop ist einzigartig.
Aber!!! Ich habe keine neue Methode erfunden, über die ich unbedingt ein Buch schreiben muss. Auch habe ich nicht DEN Heilstein der Weisen, den ich an einem fröhlichen Wochenende einer Schar Jodeldiplomsammler weitergeben wollte.

Wie kann ich mir eine Sitzung oder einen Wirkshop vorstellen?

Eine Einzelsitzung könnte ich so beschreiben: Während Sie noch ihr Anliegen oder ein Problem erklären, zeigt Ihr System bereits die Wurzel des „Übels“und die dazu gehörenden unliebsamen Fakten in ihrer Chronik. (z.B. Traumata) Diese verlieren ihre Bedeutung/Wirkung u.a. durch eine korrekte Benennung und daraus resultierenden Erkenntnissen.
Und wem das viel zu verkopft klingt: es gibt eine wortlose und heilsame Kommunikation, und diese geschieht hier auch. Zudem erhalten sie wertvolle Tipps oder Tools, die Sie im Alltag sehr leicht anwenden können.

Warum oder mit welchen Problemen kommen die Klienten zu Ihnen?

Mit allem nur Denkbaren, was verbessert, verändert, geklärt werden soll oder einfach zum Auftanken, Durchatmen, oder wie manche es schon nennen: zur Systemwartung.

Sie halten Ihre Wirkshops auch für Gruppen , bzw. geben Ihr Wissen weiter?

Die Teilnehmer für diese Veranstaltungen sind mir alle aus ‚Einzelwirkshops‘ bekannt. Daher weiß ich, dass ein sorgsamer Umgang und eine achtsame Anwendung der Seminarinhalte gewährleistet sind, und ich kann im Wirkshop individueller auf jeden Teilnehmer eingehen.

Gibt es Themen, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Ganz klar gibt’s eins: Kommunikation!
Kommunikation mit sich selbst, mit anderen Menschen, auch mit der Welt in der man lebt. Und dabei reduziere ich Kommunikation nicht etwa auf Sprache.
Auch durch Körpersprache und Mimik kommunizieren wir. Sie entstehen auch durch Gedanken und Gefühle. Prägungen und die eigene Wahrnehmung bilden hierfür die Grundlage. Und aus ihr resultieren unsere Reaktionen und die eigene Ausstrahlung.
Einfach gesagt: Wir können noch so wortgewandt parlieren oder das herzlichste Lächeln aufsetzen, die eigene Grundstimmung ist hinter der Maske unsichtbar, aber immer dabei. Masken tragen zu Stress bei.

Das sucht man sich als Mensch sicher nicht so aus !?

Um bei der Computersprache zu bleiben, da ist schon einiges vorinstalliert in uns. Alles was zum Erhalt der Existenz und zum Überleben vererbt wurde. Den Rest erledigen Erziehung und Umfeld. Einiges macht man sich auch selbst .

Sie gestalten Räume und malen Bilder. Wie passt das mit der Arbeit im „System“ zusammen?

Die Befindlichkeit, das Wohlergehen , das Gesundsein, die Leistungsfähigkeit sind stark stimmungsabhängig. Wenn sie sich z.B. schon im Wartezimmer Ihres Arztes wohl fühlen, sind sie auf das Bevorstehende gelassener eingestellt.
Wenn Ihr Schlafzimmer auf Ihr eigenes Wohlfühlbedürfnis abgestimmt ist, hat es eine gesunde Wirkung auf die nächtliche Erholung und den darauf folgenden Tag. Wenn Ihre Räume über die passende Ausstrahlung verfügen, ist der erwünschte Erfolg schon viel näher.
In Räumen geht es nicht nur um die perfekte Dekoration und Ausstattung; jeder Platz in einem Raum hat seine Besonderheiten, und auch die gilt es heraus zu finden. Manche Menschen begeben sich bevorzugt auf sehr ungesunde Plätze im Raum, andere machen instinktiv alles ‚richtig‘.
Es ist zudem sehr interessant, über die eigene Auswahl von Möbelmaterialien und Formen, Farben, Anordnungen etc. zu reflektieren und darüber sehr viel über sich zu erfahren.
Ein kleines Beispiel zur Erklärung: Eine Ernährungsberaterin beklagte sich über mangelnde Wertschätzung seitens der Klienten, Ausnutzung von Zeit, die Klienten lassen sie nicht zu Wort kommen, schlechte Zahlungsmoral.In ihrem Beratungszimmer herrschte eine gemütliche Wohnzimmerstimmung mit weichen Farben und einem ovalen Holztisch.
Auch ich konnte in diesem Raum eher eine Plauderatmosphäre erkennen. Eine kompetente und professionelle Beratungsleistung war auch für mich dort schlecht vorstellbar.
Nachdem erkannt wurde welche innere Prägung zu dieser Einrichtung des Beratungszimmers geführt hatte, konnte sie sich für eine Neugestaltung entscheiden, die am selben Tag noch erfolgte. Das Problem der mangelnden Wertschätzung war sie umgehend losgeworden.

Warum Imageberatung?

Nur ein Satz dazu: Der Gesamteindruck eines Menschen beeinflusst das Verhalten von anderen Menschen.

Vielen Dank Frau Sager, für das aufschlussreiche Gespräch!